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Ausfahrt

Schlitten vorm Haus,
Steig ein, kleine Maus,
Zwei Kätzchen davor,
So gehts durchs Tor,
Zwei Kätzchen dahinter,
So gehts durch den Winter.

Hinein ins Feld,
Wie weiß ist die Welt.
Auf einmal, o weh,
Kleine Maus liegt im Schnee,
Kleine Maus liegt im Graben,
Wer will sie haben?

Schlitten vorm Haus,
Wo blieb kleine Maus?
Die Kätzchen, miau,
Die wissens genau:
Hat nicht still gesessen,
Da haben wir sie gefressen.

Quelle:
Ausgewählte Gedichte
von Gustav Gustav Falke - Hamburg 1908
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 

Fischland an der Ostsee .

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Schiffe mit Frachtgütern, Getreide aus dem kornreichen Odessa und Antwerpen zur Ernährung der Fabrikarbeiter in Belgien, bald sind sie um das gefährliche Nordkap, diesen Schrecken aller Seefahrer, im Eismeer, um von Archangel Produkte herzuführen, oder sie für Rechnung eines Hamburger Kaufmanns in Brasilien oder Jamaika zu holen. In allen Häfen Europas und Amerikas findet man mecklenburgische Frachtschiffe mit fischländischen Bemannung, überall als tüchtig, beherzt, und ehrlich bekannt. Zum Winter suchen sie die Heimat zu erreichen; manchen ist dies aber wegen zu großer Entfernung nicht möglich und sie bleiben oft zwei, drei, vier Jahre hintereinander aus. Sonnenschein auf Hiddensee herrscht makroklimatisch Ostseeküstenklima mit häufigem Wechsel zwischen maritimen und kontinentalen Einflüssen. Charakteristisch sind dabei häufige, lebhafte und wechselnde Winde und eine lange Sonnenscheindauer. Diese beträgt im Durchschnitt 1850 Stunden pro Jahr. Damit nimmt Hiddensee eine Spitzenstellung in Deutschland ein. Eine Besonderheit ist bei schwachen, ablandigen Windverhältnissen die so genannte transperiodische Windzirkulation, die durch die unterschiedlichen Temperaturen über dem Meer und dem Land entsteht. Dabei setzt ein Seewind am späten Vormittag ein, der am Nachmittag oder Abend wieder nachlässt. Hurra, das erste Frühlingswochenende ist im Anflug! Zumindest fühlte es sich vor zwei Wochen so an: 15 Grad und strahlender Sonnenschein! So gerne ich Winter und Schnee auch mag, aber jetzt reicht?s! Ich will FRÜHLING, bunte Blümchen, wärmere Temperaturen und den ersten Sonnenbrand im Gesicht! Im Schrank wartet schon mein neuer Frühlingsmantel sehnsüchtig darauf, gegen die olle Winterjacke ausgetauscht zu werden. Und meine Füße sehnen sich nach Frischluft, Ballerinas und barfuß, mit buntem Nagellack auf den Zehen, auf der Wiese rumhüpfen. Die an der Nordspitze abgetragenen Landmassen werden an der Südspitze und an der Ostseite zum Schaproder Bodden wieder angespült. So entstanden an der Südspitze der Gellen und auf der Ostseite die beiden geologisch sehr jungen Sandhaken (Landzungen) Alter Bessin und Neuer Bessin. Der Alte Bessin begann sich vor etwa 300 bis 400 Jahren herauszubilden und war schon Mitte des 19. Jahrhunderts über drei Kilometer lang. Seit damals ist er kaum noch gewachsen. Dagegen wächst der um 1900 entstandene benachbarte Neue Bessin jährlich um 30 bis 60 Meter und erreicht auch schon eine Länge von drei Kilometern. Inzwischen ist ein dritter Bessin im Entstehen. Auch die Südspitze wächst als sogenanntes Windwatt weiter in den Bodden. […]

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Das wird mir großen Schaden machen, Effendi.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Denkst du nicht, daß ich schreiben könnte, er sei gestorben? Das ist deine Sache! Würdest du mich verraten? Ich habe keinen Grund dazu, solange du mein Freund bist. Ich werde es thun! Aber wenn es dir gelingt, ihn wieder zu ergreifen? Oder wenn er glücklich seine Heimat erreicht? So hat sich der abgesetzte Mutessarif geirrt und mir einen Mann geschickt, den er zwar für Amad el Ghandur hielt, der es aber nicht war. Und wenn ich ihn wieder ergreife Effendi, es wird das beste sein, daß ich gar nicht nach ihm suchen lasse! Das war eine echt türkische Weise, sich aus der Not zu helfen; mir jedoch kam sie sehr willkommen. Aber der Basch Tschausch weiß ja, daß der Araber entflohen ist? Das ist ein anderer Araber gewesen, kein Haddedihn, sondern ein Abu Salman, der mir den Zoll verweigerte. So eile, damit du der Sorge um den Makredsch ledig wirst. Wenn es auch diesem gelingen sollte, zu entkommen, so bist du es, welche den Namen Salon in der literarischen Welt so in Verruf gebracht hat, daß die geistreicheren Männer, die tüchtigeren Köpfe einen Ekel davor bekommen haben und lieber auf der Treppe umkehren, als einen solchen Salon betreten wollen. Sehr gebildete, ja gelehrte Männer verschmähten es nicht, in diesen Kreisen oft und gern zu erscheinen, und solcher Kreise gab es im höheren Mittelstande viele. Das mögen gelehrte Herren, Statistiker, Pädagogen und so weiter entscheiden. Ob die feinere Sitte, ob das Familienleben, ob Sparsamkeit und Ordnungsliebe dabei gewinnen? Meine Wohnung zum Beispiel in der Vorstadt, die seit mehr als vierzig Jahren dieselbe ist, schien, nicht bloß in früherer Zeit oder solange mir die hübsche Tochter noch im Hause lebte, sondern viel später, bis zur Julirevolution, welche in unser ganzes politisches tritt der bunte Schwarm vergnügungsmüder, von Theater, von zahllosen Besuchen, von unbedeutenden und ewig wechselnden Gesprächen übersättigter Gäste ein, und es ist nicht zu wundern, wenn dann die Unterhaltung gerade so schal, das ganze Benehmen gerade so frivol, ungenügend und seinen wenigen Gehalt von Äußerlichkeiten, von Gemälden, Statuetten oder andern Colifichets, die in den Zimmern zur Schau gestellt sind, entlehnend, ausfüllt, wie es gemeiniglich ist. […]

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Spätsommer am Strand.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Da weht von Süd ein sanfter Hauch aus sonnenlichten Tagen; die goldbelaubten Aeste dehnt der Ahorn voll Behagen. Kein Vogelsang, kein Blütenduft, die weiche, warme Sommerluft säuselt in allen Hagen. Nun schaun sich schier verwundert an die schweigenden Zypressen; es ist, als habe der flüchtige Lenz sein Lebewohl vergessen und ginge noch einmal über das Feld, die blasse, sommermüde Welt an seine Brust zu pressen. Durch nackte Zweige schweift der Blick auf graue Wellenpfade: die weißen Wasser tummeln sich am träumenden Gestade; sie flüstern und raunen wie Liebesgruß, sie kosen und spielen um deinen Fuß, und die Geister der Vergangenheit leuchten und locken zum Bade. Und nicht zu sagen ist es, mit welcher Liebe ihn die Provinzen alle empfangen würden, die unter dieser Fremdlingsfluth gelitten haben, mit welchem Durst der Rache, mit welcher eisernen Treue, mit welcher Frömmigkeit, welchen Thränen. Und wenn sich auch bisher an Diesem und Jenem ein schwacher Hauch gezeigt hat, aus dem man hätte schließen mögen, daß er von Gott wenn man die Mängel beider dieser Infanterien erkannt hat, eine neue ordnen, welche den Pferden widersteht, und vor dem Fußvolk sich nicht fürchtet; welches nicht durch die Art der Truppen, sondern durch die Veränderung der Schlachtordnungen bewirkt werden wird. Man muß daher diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, damit Italien, nach so viel Jahren, seinen Erlöser erscheinen sehe. Welche Thore würden sich Ihm verschließen? welche Völker Ihm den Gehorsam weigern? welcher Neid sich Ihm widersetzen, welcher Welsche Ihm zu folgen zögern? Und dieß sind nun eben solche Dinge, die, neu geformt, einem neuen Fürsten zur Größe und zum Ansehn verhelfen. Jeden stinkt diese Barbarenherrschaft an. Wohl versuchte der Herrscher von Zeit zu Zeit das Wohlleben zu entschuldigen: es sei heute Sonntag, und man dürfe doch die liebe Gottesgabe nicht umkommen lassen, welche die Wallfahrer unter so vieler Mühsal herbeibrächten. Hierax erwiderte, er wäre ja eben gekommen, um alle diese Dinge zu untersuchen, und die Herren sollten sich nur getrost auf den gerechten Sinn des Herrn verlassen. Und das Bedienen der Wallfahrer, das Kochen, die Gärtnerei sei gar kein leichtes Geschäft. […]

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Bitte jetzt Sie und Ihren Bruder.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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einige Zeilen zu schreiben und Ihre Namen zu zeichnen. Erlauben Sie mir gefälligst eine kleine Erklärung. Niemand außer meinem Bruder hier kann meine Handschrift lesen - darum kopiert er für mich. Sie haben in den Briefen seine Handschrift, nicht meine. Na, rief der Anwalt, "wo soll das hinaus? Ich habe einige von Williams Briefen; wenn Sie ihn ein paar Zeilen schreiben lassen, können wir ja vergl - Er kann nicht mit der linken Hand schreiben, entgegnete der alte Herr. Könnte er die rechte Hand gebrauchen, so würden Sie gleich sehen, daß er seine eigenen und meine Briefe geschrieben hat. Vergleichen Sie die gefälligst, sie sind von derselben Hand. Man wagte mit Redlichkeit sich selbst und anderen zu gestehn: dieser und jener Glaubenssatz, worauf ewiges Heil ruhen soll, ward Jahrhunderte lang so oder so gedacht, bis in Priesterversammlungen Ausspruch der Mehrheit die eine Meinung gebot, die andere, vielleicht des Gelehrteren, des Frömmeren, die gestern noch erlaubt war, heute verwarf und verketzerte. Männer wie Spalding, Jerusalem, Zollikofer lehrten jetzt, nach Bibel und Vernunft, das einfachere, von fruchtlosen Vorwitzigkeiten entladene, herzerwärmende Christentum, welches Christus gegen die mosaischen Dogmatiker aufgestellt und in den letzten Jahrhunderten Johann Hus, Taulers Laienbruder, Geiler von Kaisersberg, Luther, Zwingli und andere geahnt hatten. Daß zu sanfter Verständigung der Weisen auch stürmischer Unverstand sich gesellte, war das gemeine Los alles Fortstrebens zum Besseren. Die Altgläubigen, die in dem mühsam erlernten System einmal festsaßen, ereiferten sich, daß man ihnen noch Mühe des Nachlernens und, statt der dumpf träumenden, eine herzerhebende Andacht zumutete; die Herstellung der alten ursprünglichen Religion ward Neuerung genannt. Auch Lavater, ein geistreicher und gefühlvoller Mann, aber an theologischer Kenntnis arm, schwärmerisch und eitel, seufzte und empfindelte dagegen, weitwirkend durch Phantasien für den vornehmen Modegeschmack, mehr noch durch heimliche Zirkelbriefe, aus welchen eine unchristliche Anschwärzung öffentlich von dem jüngeren Spalding, seinem bisherigen Verehrer, gerügt ward. Alle Mönche waren aufgesprungen und drängten sich unter Bücklingen und Schmeichelreden um den Boten des Erzbischofs. Man habe ja zu leben, aber so wie am Sonntag gehe es doch nicht alle Tage. Hierax winkte aber nur mit der Hand ab, aß, trank und plauderte und ließ nur hie und da eine Bemerkung fallen, als ob die vortreffliche Einrichtung von mächtigen Feinden bedroht wäre. […]

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