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Dichterrausch

Wenn der Gott die Seinen ruft,
Priester und Propheten,
Schallts wie zwischen Felsenkluft
Dröhnende Drommeten,
Wirbelts wie Novembersturm
Über Wälder nieder,
Fährt wie Blitz in Dach und Turm,
Schüttelt Herz und Glieder.

Wenn der Gott die Seinen ruft,
Klingts wie helle Flöten,
Zieht es wie durch weiche Luft
Sanfte Abendröten,
Taut es mild wie Sphärensang
Von den Sternen nieder,
Rührt zu rhythmisch höhern Gang
Herzen auf und Glieder.

Und so fährt es, Schlacht und Zorn,
Heut in uns wie Wetter,
Daß wir, wie ein Eichenknorrn
Ächzen im Geschmetter,
Fährt zum andern sanft und glatt
In uns wie ein Säuseln,
Daß wir wie ein Rosenblatt
Unterm Wind uns kräuseln.

Drum wenn ihr auf Gassen seht
Wie berauscht uns wanken,
Wenn ein Gottbesessner geht,
Ists ein trunknes Schwanken.
Wenn der Geist in Wirbeln kreist,
Werdewehn der Dichtung,
Gehen unsere Füße meist
Planlos aus der Richtung.

Quelle:
Ausgewählte Gedichte
von Gustav Falke
Hamburg 1908
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
 

Spreewaldschloss und Schlangenkönig.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Als bemerkenswert beglaubigte Besitzer des sagenumwobenen Spreewaldschlosses, Sage vom Schlangenkönig, sind zu Beginn des 14. Jh die Männer von Ileburg aus der Platz von Meißen anzusehen. Von ihnen hat die Stadt ihr Hoheitszeichen erhalten, einen Fisch, umgeben von den Ileburgischen Sternen, von denen zwei über, einer unter ihm sein. Später wechselten die Besitzer. Im Jahr 1621 kaufte ein Graf zu Lynar die Standesherrschaft, die einen führenden Teil des europäischen Spreewaldes ist und noch heute in Lynarschem Besitz ist. Die Bewohner von Lübbenau, deren Haupterwerbszweige früher Bierbrauerei, Leinweberei und Leinwandhandel war, ausüben heute größtenteils Ackerbau und Wiesenwirtschaft. Weltruf haben die Lübbenauer sauren Gurken erlangt, die jedes Jahr in großen Mengen nach allen Himmelsrichtungen versendet sein. Derzeit der Gurken- und Meerrettichernte weisen die Märkte einen äußerst lebhaften Straßenverkehr auf. Nicht ohne Relevanz sind die Kunstdrechslereien in Lübbenau. Ergiebig ist auch noch der Fischereitätigkeit. Eine gute Erwerbsquelle darstellt der starke Fremdenverkehr. Zum Hauptlandungsplatz gelangt man vom Bahnhof aus am besten durch die schnurgerade Lindenstraße, die als Radius des halbkreisförmigen Stadtplans durch die Gemüsegärten direkt zum Stadtinnern führt. Schöner ist der etwas weitere, aber schattige Weg durch die Dammstraße, auf der mit der Bahn gleichlaufenden Chaussee an den hohen Eisenbahnerhäusern vorüber bis an das Fließ, dann dem Lauf des Spreewaldfließes nachfolgend, das schließlich in den Spreehafen mündet. Beim Anfang der tatsächlichen Stadt Lübbenau eine sächsische Postsäule (1740); der Blick aufs Stadtinnere ist zunächst durch den hohen burgtorartigen Ziegelrohbau des ehemaligen Rathauses, jetzigen Amtsgerichts, gehemmt. Im Torbogen hängt an Ketten der Kieferknochen eines Riesenwals. Die hier beginnende Chaussee vergrößert sich zum Marktplatz mit der geräumigen Religionsgemeinschaft. Vom schlanken, extremen Kirchturms herrlicher Rundblick über den Spreewald, bis Lübben und Calau. Depesche bei Küster Pohle im gräflichem Wirtschaftshof, 30 Pf. - Das Innere erhielt seine derzeitige Form durch den Umbau unter Graf Moritz Karl von Lynar, deren sehenswertes, barockes Grabdenkmal rechts vom Altar steht; düsterer Marmorprunksarg mit allegorischen Entwerfen. Vorm Altar als Taufstein ein lebensgroßer, kniender Bronzeengel, eine Muschelschale als Taufbecken haltend. Eine absonderliche Sehenswürdigkeit ist das Haus Hauptstr. 9 mit dem holzgeschnitzten Ochsenkopf und der Widmung darunter. Vom Marktplatz gelangt man in wenigen Minuten zu der Brücke an der Schloßmühle, dem Zugangsweg zu Schloß und Park. […]

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Glück auf Erden.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Das wird nie vergessen werden, Das verlöscht kein andrer Tag, Nicht das größte Glück auf Erden, Nicht des Anglücks schwerster Schlag. Eine Flamme, nie verglühend, Ein lebend'ger Edelstein, Lebt mir der Gedanke blühend: Einmal so und ewig mein! Quelle: Erste Liebe Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905 www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH Und in der Tat, welcher Reisende war nicht hingenommen vom Glanze seines Anblicks! Wer hat nicht trauernd das trostlose Skelett von Pompeji durchwandert, wer nicht, als einziger Zuschauer, auf den Stufen des Amphitheaters die Tragödie des Euripides oder Sophokles erwartet, für die diese Bühne immer noch bereit zu sein scheint! Wer hat nicht schon den Sitten der Lazzaroni einige Nachsicht bezeigt, dieses liebenswürdigen Volkes von Kindern, das so fröhlich, so spitzbübisch, so voll geistreicher Beredsamkeit und manchmal so voll naiver Güte ist? Reisende im Weltreiseforum beschrieben, als Informationsquelle für Individualreisende Backpacker, Urlaubsreisen, Rucksackreisen, Fernreisen. Blau blüht die Sehnsucht nach Glück und Erfüllung von den aufgehäuften Schätzen kann er dann nehmen, soviel er nur will, nur darf der Glückliche kein Wort sprechen, sonst geht ihm das winkende Glück wieder verloren. Es werde sein Glück sein. Hier sind Goldstücke und Edelsteine in riesengroßen Braupfannen aufbewahrt. Der staunende Postknecht erhält nun die Weisung, nur zuzugreifen. Das tut dieser auch und füllet mit Goldstücken und Edelsteinen seine Taschen. Dann springt er aber vor freudiger Erregung auf das graubärtige Männlein zu, erfaßt dessen eiskalte Hand und ruft überglücklich aus: Ich danke Euch! Doch, o weh! Da geschieht plötzlich ein donnerähnlicher Krach. Der Mönch verschwindet und stößt Klagerufe aus. Das Gewölbe bebt. Die Erde zittert. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Als der Unvorsichtige aus seiner Ohnmacht erwachte, lag er draußen am Berge auf einem Feldrande. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. […]

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Fürstencongreß in Baden.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Auch in diesem Jahre waren die Landtage versammelt, die Berathungen betrafen im Allgemeinen nur Gegenstände von untergeordnetem Interesse; ein Gesetzentwurf über Aufhebung der Beschränkung des vertragsmäßigen Zinsfußes wurde angenommen. Dem Sonderlandtag in Koburg lagen hauptsächlich Vorlagen über Anfertigung eines neuen Papiergeldes, Bonitirung des Grundbesitzes und die allgemeine Grundsteuer, den Beitritt zu dem Süddeutschen Münzverein, die Verwilligung eines Zuschusses zur Verzinsung der Werrabahnactien vor; dem zu Gotha Entwürfe über Bestrafung von Forstvergehen, Anlegung von Mündelgeldern, Neuausgabe von Kassenscheinen, Einführung von freien Gerichtstagen. […]

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