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Dichterrausch

Wenn der Gott die Seinen ruft,
Priester und Propheten,
Schallts wie zwischen Felsenkluft
Dröhnende Drommeten,
Wirbelts wie Novembersturm
Über Wälder nieder,
Fährt wie Blitz in Dach und Turm,
Schüttelt Herz und Glieder.

Wenn der Gott die Seinen ruft,
Klingts wie helle Flöten,
Zieht es wie durch weiche Luft
Sanfte Abendröten,
Taut es mild wie Sphärensang
Von den Sternen nieder,
Rührt zu rhythmisch höhern Gang
Herzen auf und Glieder.

Und so fährt es, Schlacht und Zorn,
Heut in uns wie Wetter,
Daß wir, wie ein Eichenknorrn
Ächzen im Geschmetter,
Fährt zum andern sanft und glatt
In uns wie ein Säuseln,
Daß wir wie ein Rosenblatt
Unterm Wind uns kräuseln.

Drum wenn ihr auf Gassen seht
Wie berauscht uns wanken,
Wenn ein Gottbesessner geht,
Ists ein trunknes Schwanken.
Wenn der Geist in Wirbeln kreist,
Werdewehn der Dichtung,
Gehen unsere Füße meist
Planlos aus der Richtung.

Quelle:
Ausgewählte Gedichte
von Gustav Falke
Hamburg 1908
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
 

Künstler am Tischchen steht, mit Stift und einem Briefpapier.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Ein liebes Buch hält meine Hand, darin ein herrlicher Poet, was er an seltnen Schätzen fand, aus reicher Fülle um sich sät. In allen guten Tönen sang der gottbegabte Liedermund und führte mich im Eifergang gleich um ein ganzes Erdenrund. Und führte mich durch tiefes Tal und über hohen Zackenschroff, durch manchen freudenhellen Saal und Gärten, wos von Düften troff. Und meinem wackern Schweizersmann, den sie auf Gottfried einst getauft, hab ich ein feurig Ruhmgespann in eitel Dankbarkeit gekauft. […]

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Mondschein im roten Capriwein.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Flirrend spielt der Mondenschein über dem Balkone in den roten Capriwein preß ich die Limone. Lachend bis zur Rebenfirst schleuderst du den Becher: meiner Küsse Herbheit wirst du noch kosten, Zecher! Aus toter Tempel Trümmern sprießt die knospenschwere Geisblattranke - und schimmernd um Amalfi fließt des Lichtes göttlicher Gedanke. Das ist des Südens Hexerei die dich mit Seel und Leib entrückte: das Ewige in dir macht sie frei, das deines Nordens Nacht erdrückte. […]

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Reiter blitzten, das Waldhorn klang, es war ein lustiges Jagen!.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Im Walde zog eine Hochzeit den Berg entlang, ich hörte die Vögel schlagen, da blitzten viel Reiter, das Waldhorn klang, das war ein lustiges Jagen! Und eh ich's gedacht, war alles verhallt, die Nacht bedecket die Runde, nur von den Bergen noch rauschet der Wald und mich schauert im Herzensgrunde. Wer hat nur dort im off'nen Feld Die roten Hosen hingestellt? Was wollen die anbetenden Donatoren auf den Madonnenbildern des Mittelalters daneben sagen! Die obere Bildzone des Hnochformats schließt in einem bogenförmigen Halbrund ab, das sich in die Architektur des Kirchenschiffs einpasst, sodass die umgebenden Säulen und Rundbögen mit der innerbildlichen Architektur korrespondieren und die Grenzen zwischen Bild und Realität verwischen. Sein Schmuck besteht in bleiernen Arabesken im Nürnberger Styl. Am oberen Bildrand, direkt unter dem Rundbogen schweben zwei geflügelte Putten auf einer Wolke und halten ein Kreuz, jedoch nicht senkrecht sondern so, dass es die Diagonale der Figurengruppe im unteren Bildteil wiederholt. Auch die Glasmalereien sind verschwunden, an die Stelle der Mosaiken sind an den untern Wänden die prunkvollen aber geschmacklosen Inkrustationen getreten, mit welchen das vorige Jahrhundert alle Kirchen Palermos verschwenderisch ausstattete, und von der Façade, die bei der Erweiterung der Kirche niedergerissen wurde, dürften sich als einzige Reste die beiden Mosaikbilder König Rogers und des Admirals zu Füßen der Madonna erhalten haben. Sie überwinden die Furcht vor dem Unbegreiflichen durch den Glauben an die waltenden Wesen über ihnen. Ihre gegenwärtige Aufstellung, gleichsam als Altarbilder, ist gewiss nicht die ursprüngliche, und ihre Bestimmung als Teile des Façadenschmuckes dem Herkommen entsprechend. Er ist der Meister eines stillen, deutschen Marienlebens, das in einem kleinen Garten vergeht. Sinkt die Maske,Sieht vielleicht ein liebend AugeHell dich an! Der Engel, der die Botschaft bringt, erschreckt sie nicht. An die Stelle der alten Apsis trat 1684 ein viereckiger Chor, ausserdem wurde in verschiedenen Zeiten die Kirche nach Westen hin erweitert, derselben noch eine breitere und eine schmalere Travée und eine durch eine Säulenreihe quer geteilte Vorhalle vorgesetzt. Die Martorana, eine Stiftung des Großadmirals Georg Antinochenus, hat allerdings durch einen späteren Umbau und Anbau ihre ursprüngliche Gestalt eingebüßt. […]

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