suchen und finden

Das Herz

Aus grünem Waldesdämmerdunkel
Tret plötzlich ich in helles Licht,
Da grüßt aus goldnem Glanzgefunkel
Mich ein entzückendes Gedicht:
Ein Marmorhaus in lauter Rosen,
Ein Säulenrund, wo Schaft und Schaft
Verstrickt in eines leichten losen
Gerankes holder Liebeshaft.

Und in der stillen Tempelgrotte
Hebt sich ein schlankes Postament,
Darauf sternblank dem Liebesgotte
Ein Erzbild in der Sonne brennt.
Den Pfeil auf dem erhobenen Bogen,
Darüber er sein Ziel eräugt,
Steht er, die Sehne straff gezogen
Zum Schuß, ein wenig vorgebeugt.

Und vorn an des Geschosses Spitze,
Wie man den Heiligen Opfer bringt,
An einer schlichten, wollnen Litze
Ein wächsern Herz im Winde schwingt.
Das zeigt von warmen Fingermalen
Im weichen Wachs ein Konterfei,
Und eine Spur, als ob in Qualen
Ein Weinen drauf gefallen sei.

Und eine abgepflückte Rose,
Wie ein verlornes Liebespfand,
Liegt />Liegt da, und Stapfen rings im Moose
Und weiterhin im glühenden Sand.
Die tauchen in die Buchenschatten
Und finden ungesehn nach Haus,
Und niemals plaudern diese Matten
Das zärtliche Geheimnis aus.

Und einsam in des Mittags Gluten
Am Pfeil des Gottes schmilzt das Herz
Und tropft, ein langsames Verbluten,
In roten Tränen niederwärts,
Und tropft in roten, heißen Tränen
Auf weißen Marmors kalt Geleucht,
Von ungestillter Liebe Sehnen
Ein rührend Gleichnis, wie mir deucht.

Quelle:
Ausgewählte Gedichte
von Gustav Falke
Hamburg 1908
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
 

Zufalls Gier den Weg verbaut.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Und wieder tritt das Leben mir mit vorgestelltem Fuß entgegen, und wieder reißt des Zufalls Gier vom Munde mir mein Häppchen Segen. Und wieder ist der Weg verbaut, den meine Hände wühlend schufen. Zum hohen Ziel, das ich geschaut, weist mich kein Pfad, gehn keine Stufen. Gott liebt den Menschen nicht, der frei hinaufsteigt zu den Zukunftspforten. Die Häscher seiner Polizei, des Schicksals, lauern allerorten. Rätsel der Woche: Casanova zweifelt am Zufall. Auch umgangssprachlich wird der Begriff Zufall verwendet, wenn ein Ereignis nicht kausal erklärbar ist. Die christliche Religion setzt keinen freien Willen im Menschen voraus, so weit es sich um die Möglichkeit handelt, sich Gott zuzuwenden oder sich von ihm abzukehren. Paulus, Augustinus und die Reformatoren sind wichtige Vertreter der Willensunfreiheit des Menschen in christlicher Hinsicht. Da diese Willensunfreiheit aber zu Schwierigkeiten mit den Konzepten von Sünde, Schuld und Vergebung führt, wird im heutigen Katholizismus, in manchen nichtreformatorischen Ausprägungen des Protestantismus und in anderen Konfessionen Willensfreiheit positiv vertreten. Aber wenn unsere Entscheidungen zufällig zustande kommen, ist das erst recht nicht, was wir uns unter freiem Willen vorstellen. Von Zufall spricht man dann, wenn für ein einzelnes Ereignis oder das Zusammentreffen mehrerer Ereignisse keine kausale Erklärung gegeben werden kann. Neben Determinismus und Zufall als Naturkräften und den freien Willen des Menschen tritt in religiösen Vorstellungen das Wirken höherer Wesen als weiteres Kausalprinzip. Sophoklesse und HomereS Sangen seines Geistes nur. Schmält nur Goethen nicht und Schiller, Ihr, des engen Eifers heiß, Alle eure Jammertriller ich gern für solche preis. Denn mein Heiland und Befreier Fuhr hinab ins Sündenland, Der die höchste Sternenleier Hat für Lust und Leid gespannt. Der mit ersten Morgenröten Sang der Welten Urgesang, Gönnet auch den Erden flötenIhren kurzen Freudenklang. Denn besiegt hat er die Lüste Und den Lüstensatan nur, Damit jeder fröhlich wüßte, Gottes Klänge klingt Natur; Denn gebracht hat hellre Lieder Darum er dem Erdengraun, Daß die Menschenangesichter Heller sollten um sich schaun. Ha! die Frühlingsbäume stäuben Duft gen Blütenschnee umher, Mich beleben, mich beleiben Will ich voll im Wonnemeer. Alles Heitre blüht und Schöne! Spiele, süßer Sonnenstrahl! Vöglein, singe deine Töne! Bächlein, klinge hell zu Thal! […]

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Weg bis zum Dampfboot, in großes Orleans-Boot, Cincinnati-Boot oder ein St. Louis-Boot.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Während des Nachmittags kamen zwei kleine Dampfer, aber sie waren nicht weit her; endlich kam ein großes Dampfboot, und wir riefen es an. Ein Kahn wurde uns zugeschickt, und wir gingen an Bord. Das Dampfboot kam von Cincinnati. Als der Kapitän hörte, daß wir nur vier bis fünf Meilen mitreisen wollten, wurde er sehr ärgerlich, fluchte und sagte, er würde uns dort nicht ans Land setzen. Der König blieb ruhig und sagte: Wenn Herren im stande sind, einen Dollar per Meile à Person zu bezahlen, um in einem Kahn geholt und abgesetzt zu werden, so ist wohl auch ein Dampfboot im stande, sie mitzunehmen, nicht wahr? Tatsächlich erschien 1838 im Hamburger Pappe-Verlag eine Ausgabe, in der ein Nachdruck des Danziger Dampfboots vom 14. April 1838 enthalten war. Dieser Nachdruck enthielt auch die Geschichte Der gespenstige Reiter. Ein Reiseabenteuer. Der Handlungsort dieser Geschichte, die auffällige Parallelen aufweist, liegt jedoch nicht an der Nordsee, sondern an der Weichsel. Dies würde erklären, warum Storm seine Novelle Der Schimmelreiter nicht in seiner Sammlung Neue Gespenstergeschichten aufnehmen wollte. So baute sie 1819 die erste größere Dampfmaschine mit einer Leistung von 12 Pferdestärken, 1830 das erste in eigener Werft produzierte Passagierdampfboot, die Stadt Mainz und 1840 die erste Lokomotive, die Ruhr. Unter ihren Auspicien hat sich der Lieutenant, jetzt Kapitän Speke, mit dem Hauptmann im indischen Heere, Herrn Grant, vereinigt; sie haben sich an die Spitze einer zahlreichen, trefflich ausgerüsteten Expedition gestellt und sollen jetzt den Auftrag ausführen, über den See zu setzen und dann nach Gondokoro zurückkehren; man hat ihnen Subsidien im Betrage von über fünftausend Pfund gewährt, und der Gouverneur des Caplandes stellt ihnen hottentottische Soldaten zur Verfügung. Die oft der Novelle zugeschriebene Legende, dass der Schimmelreiter immer dann, wenn am Deich Gefahr drohe, auf einem Schimmel zu sehen sei, findet sich nicht bei Storm, sondern nur in der Geschichte von 1838. […]

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Der Sonderling.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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So bald der Mensch sich kennt, sieht er, er sei ein Narr; und gleichwohl zürnt der Narr, wenn man ihn also nennt. So bald der Mensch sich kennt, sieht er, er sei nicht klug; doch ists ihm lieb genug, wenn man ihn weise nennt. Ein jeder, der mich kennt, spricht: welcher Sonderling! Nur diesem ists Ein Ding, wie ihn die Welt auch nennt. Durch die Verbindung von Erz- und Kohlegruben, die per Schiff und Eisenbahn die eigenen Hüttenwerke versorgten, trieb Franz Haniel die vertikale Integration seines Konzerns erfolgreich voran. Unterdessen hat der Engländer John Petherick, Ihrer Majestät Consul in Chartum, von dem Foreign-Office etwa siebenhundert Pfund bekommen, um ein Dampfboot in Chartum auszurüsten, es mit genügenden Vorräthen zu versehen und sich nach Gondokoro zu begeben; dort wird er die Karawane des Kapitän Speke erwarten und im Stande sein, sie neu zu verproviantiren. WederDr.Peney, Chef des Medicinal-Wesens in Aegypten, welcher auf einem kleinen Dampfboot einen Grad unterhalb Gondokoro erreichte und nach seiner Rückkehr vor Erschöpfung in Chartum starb, noch der Venetianer Miani, der, um die unterhalb Gondokoro gelegenen Katarakten biegend, den zweiten Parallelkreis erreichte, noch auch der Malteser Kaufmann Andrea Debono, welcher seine Excursion an dem Nil noch weiter fortsetzte, konnten über diese bisher unüberschrittene Grenze hinauskommen. Unter der Leitung Jacobis und seines Nachfolgers Wilhelm Lueg stieg die JHH ab 1820 in den Maschinenbau ein und leistete in den folgenden Jahrzehnten mit dem Bau von Dampfmaschinen und -schiffen, Lokomotiven, Eisenbahnschienen und Brücken einen wichtigen Beitrag zur Industrialisierung Deutschlands und des Ruhrgebiets. Zuvor hatte Franz Haniel auf eigene Rechnung bereits mehrere Bergwerksbeteiligungen erworben, darunter an der Zeche Zollverein in Essen, die 1851 die Förderung aufnahm. Auf sieben Dampfbooten, wovon 1 von Frankfurt und 1 von Mainz gekommen waren, sowie in einer unzählbaren Wagenreihe und zu Fuß war man nach dem Orte der Festlichkeit geströmt, bei welcher die Beleuchtung der so romantisch gelegene Johanniskirche besonders sich auszeichnete. […]

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Das Leben währt nicht lange.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Und wo mit hellen Zinnen aufragt die Residenz, grüsst man die reichen Fremden mit tiefer Reverenz. Sie schreiten, wie geladen, durch das Gewühl voll Pracht, sie scheinen selber Fürsten, so reich ist ihre Tracht. Sie sehn den Glanz der Feste, sie sehn das hohe Paar, sie sehn der edlen Gäste glanzvoll geschmückte Schaar. Die reichen Prachtgeschenke, den hellen Fackeltanz; den Himmel hier voll Schönheit, und dort ein Meer voll Glanz. Das Leben währt nicht lange; geniesse, weil Du lebst! Die Lust ersteht nicht wieder, die Du im Gram begräbst! Aber auch in der Beschreibung der Eingeborenen sparte man die Lobsprüche nicht. Besonders der letztere war es, der durch seine bekannten Dichtungen ein liebliches Phantasiegemälde nach dem andern vor dem deutschen Lesepublikum erstehen ließ. Ihre zum ersten Male geschaute Naturschönheit übte einen mächtigen Zauber auf die nordischen Besucher aus. Das heitere, glückselige Leben jener Naturkinder wurde in Deutschland und England geradezu sprichwörtlich. Der größte Gefrierschrank der Welt schmilzt und Kolumbus wagte sich als Erster über die mythische Grenze der bewohnten Welt hinaus und machte dabei die umwälzende Entdeckung der noch unbekannten Welt, die «unsere» Welt in eine radikal neue Perspektive brachte. Wo Feuer ist, da ist auch Wind; der erhub sich sehr stark u. trieb von der Kirche übers Schloß. Binnen einer Viertelstunde stand alles in voller Glut. Sobald das Dampfschiff in Sichtweite der Stadt kam, etwa eine Viertel französische Meile stromabwärts, eröffnete die Festung Ehrenbreistein das Feuer aus allen Rohren. Architektur und Sehenswürdigkeiten der Festung zum Meer hin ist ein kleiner Berg, auf dessen Spitze sich die Ruine einer Festung befindet. Das Betreten der Festung ist nicht gestattet, da an mehreren Stellen Einsturz- und Absturzgefahr besteht. Von den Wänden und der Decke des Ganges flimmert und glitzert es in wundervollem Glanze. Wer ihn sieht, dem ist der Weg zum Glücke geöffnet. Der staunende Postknecht erhält nun die Weisung, nur zuzugreifen. […]

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Brief von Kapitän Gulliver an seinen Vetter Sympson.

Posted by Admin on Mai 12, 2011
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Du oder Dein Textfälscher hätten bedenken sollen, daß, da es nicht meiner Neigung entsprach, es auch nicht schicklich war, irgendein Lebewesen unserer Art über meinen Meister Hauyhnhnm hinaus zu loben; und zudem war der Sachverhalt gänzlich falsch; denn meines Wissens - ich war während eines Teils der Regierung Ihrer Majestät in England - regierte sie wirklich durch einen Hauptminister, ja sogar durch zwei aufeinanderfolgende, von denen der erste Lord Godolphin und der zweite Lord Oxford war; so daß Du mich also hast etwas sagen lassen, was gar nicht zutrifft. Meist nur in einer Auflage von 500 Stück gefertigt, verschenkte der Erzherzog diese bibliophilen Raritäten an Freunde, Mitarbeiter und sonstige, an seiner Arbeit interessierte, Personen und Institutionen. In Deutschland ist diese Nebelform vor allem im Spätfrühling an der Ostsee anzutreffen und durch Advektion warmer Luft aus dem südeuropäischen Raum bedingt. Der eigentlich über dem Wasser lagernde Nebel wird dann an die Küsten advehiert und kann mehrere Kilometer ins Landesinnere reichen. Ein solcher Küstennebeleinbruch ist von einem erheblichen Wechsel von Sicht- und Temperaturbedingungen geprägt und tritt zudem überaus plötzlich auf, kann also zu erheblichen Gefahren vor allem im Straßenverkehr führen. Zudem ist durch die vergleichsweise kleinen Tröpfchengrößen des Küstennebels eine erhebliche Helligkeitsreduktion zu erwarten. Die vor allem im Herbst anzutreffende Situation noch recht warmer Wassertemperaturen und vergleichsweiser kalter Luft führt zum Warmwassernebel, bei dem im Regelfall Mischungsprozesse dominieren, weshalb er auch hier eher den Mischungsnebeln zugeordnet wird. Denke immer wieder nach, ob über Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder über die Ostsee. Alles ist ein Spiel mit dem Leben. Die Chancen stehen 1:100; bin sehr am Überlegen, was der beste Weg sein könnte. Im Sommer ist es warm, doch die Nächte wieder kurz; im Winter kalt, die Nächte länger. Die Wochen vergehen. Das harte Training beim Jodo und Boxen, die Belastungen während der ganzen Woche, vier, manchmal fünf Mal Training nimmt man auf sich. Der Körper hat sich daran gewöhnt und man kommt nicht zum Grübeln. Für was eigentlich das alles? Man kann den Urlaub nicht dort verbringen, wo man gerne möchte. Das, was man braucht, gibt es nicht zu kaufen; nur durch Beziehungen kann man Glück haben. Hungern braucht man natürlich nicht, aber was nützt das. Das Einzige, was mir noch Spaß macht, ist der Sport, wodurch ich auch viel Freude habe. […]

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