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Internet-Magazin Erholung Reisen Wellnessurlaub Ferien Urlaub Hochzeitsreisen ...
🌻 Fundstück am Sonnenblumenpfad: Du liest hier kein Märchen und keine gewöhnliche Urlaubsgeschichte. Mitgebracht aus einem sonnendurchfluteten Dorf, wo das Brot noch warm ist und am See das Haar einer jungen Frau im Abendlicht golden schimmerte. Zum Schutz der Beteiligten wurden Namen, Orte und Uhrzeiten leicht verändert. Das Dorf existiert. Der See existiert. Die Sonnenblumen existieren. Nur die Frau in Blau kennt niemand so genau wie der Bäcker. Falls du beim Lesen das Bedürfnis verspürst, selbst eine Sonnenblume zu pflücken und sie ans Fenster zu stellen, tu es. Falls du plötzlich den Drang hast, deine eigene Reise anzutreten, eine, die nicht im Entfernten, sondern im Inneren liegt, dann ist es bereits geschehen. Willkommen auf dem Pfad der Stille.
Es war ein sonniger Morgen. Ich hatte einen Entschluss gefasst, der längst überfällig war. Die Hektik der Stadt schwand mit jedem Kilometer. Ich ließ die Autobahn hinter mir. Landstraße. Der Asphalt wurde zur Vergangenheit. Der Wind strich durch das offene Fenster. Es roch nach Heu und wilden Blumen.
Am Straßenrand standen Sonnenblumen. Ihre goldenen Köpfe reckten sich der Sonne entgegen. Ich hielt an. Ich pflückte eine. Sie war schwerer, als ich dachte.
„Wohin?", fragte ich mich.
Die Sonnenblume antwortete nicht. Aber sie zeigte in eine Richtung. Ich folgte ihr.
Es sollte kein gewöhnlicher Urlaub werden. Es sollte eine Reise der Erholung werden. Eine Rückkehr zu mir selbst. Ich hatte sie zu lange aufgeschoben.
Die Sonnenblume (Helianthus annuus) stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht. Sie kann bis zu drei Meter hoch werden. Ihre Blüte dreht sich in jungen Jahren mit der Sonne (Heliotropismus). Im Alter bleibt sie nach Osten ausgerichtet stehen. In der Sprache der Blumen steht die Sonnenblume für Treue, Wärme und Lebensfreude. In der Ukraine und in Russland ist sie ein nationales Symbol. In dieser Geschichte ist sie der Kompass des Erzählers.
Das Dorf war klein. Ein Kirchturm. Ein Brunnen. Drei Straßen. Das Hotel stand am Ende der Hauptstraße. Weiße Fassade. Goldene Buchstaben über der Tür.
„Willkommen", sagte die Frau an der Rezeption. Sie trug ein blaues Kleid.
„Danke", sagte ich.
„Sie sind wegen des Wellnessurlaubs hier?"
„Wegen der Erholung."
Sie lächelte. „Das ist hier dasselbe."
Sie gab mir einen Schlüssel. Ein echter Schlüssel. Kein Kartenschlüssel. Er war schwer. Er lag gut in der Hand.
Das Zimmer roch nach Lavendel. Die Bettwäsche war weich. Ich öffnete das Fenster. Draußen sangen Vögel.
Ich atmete ein. Zum ersten Mal seit Monaten.
Der Begriff Wellnessurlaub stammt aus den 1980er Jahren und beschreibt einen Urlaub, der auf körperliche und seelische Erholung ausgerichtet ist. Slow Travel ist die Kunst, langsam zu reisen. Statt viele Orte in kurzer Zeit zu besuchen, bleibt man länger an einem Ort. Man geht zu Fuß, man fährt Rad, man nimmt den Zug. Man isst regional. Man spricht mit Einheimischen. Studien zeigen: Wer langsam reist, erholt sich besser. Wer schnell reist, braucht nach dem Urlaub einen Urlaub. In dieser Geschichte beginnt der Wellnessurlaub mit einem Schlüssel, der schwer in der Hand liegt.
Am nächsten Tag ging ich in den Wald. Ein uralter Wald. Moos auf den Steinen. Kleine Holzhäuser zwischen den Bäumen. Vergessene Märchenbücher aus Holz.
Ich hörte ein Singen. Klar. Rein. Wie Glocken. Ich folgte dem Klang. An einem Häuschen blieb ich stehen. Die Tür stand einen Spalt offen. Ich schaute hinein.
Fünf Frauen saßen im Kreis. Die Augen geschlossen. Sie sangen. Von Träumen. Von Abenteuern. Von der Schönheit des Lebens. Eine von ihnen öffnete die Augen. Sie sah mich. Sie lächelte.
„Komm rein", sagte sie. „Wir singen für jeden, der hören will."
Ich setzte mich dazu. Ich sang nicht. Ich hörte zu.
Als das Lied endete, fragte ich: „Was singt ihr?"
„Das Lied der Blumen", sagte sie. „Es hat keinen Anfang. Es hat kein Ende. Es ist immer da. Man muss nur zuhören."
Ich ging hinaus. Das Lied klang in mir nach. Ich weiß nicht, wie lange.
In vielen Kulturen gibt es Lieder ohne Anfang und ohne Ende. Die Sufis nennen es Dhikr. Die Gregorianik nennt es Cantus. Die Aborigines nennen es Songlines. Es sind Lieder, die nicht für eine Aufführung gedacht sind, sondern für einen Zustand. Man singt sie, um in einen Zustand zu kommen. Man hört sie, um in einen Zustand zu kommen. In dieser Geschichte ist das Lied der Blumen ein solches Lied. Es ist nicht für das Publikum. Es ist für den, der zuhört.
Am Abend sah ich sie wieder. Die Frau aus dem Hotel. Sie stand am See. Blaues Kleid. Goldenes Haar. Sie schaute auf das Wasser. Sie bemerkte mich nicht.
Ich ging zu ihr. „Guten Abend", sagte ich.
Sie drehte sich um. Ihre Augen waren dunkel. Sie hatten etwas Verlorenes.
„Guten Abend", sagte sie.
„Kennen wir uns?"
„Nein", sagte sie. „Und ja."
Ich schwieg.
„Sie sind wegen der Erholung hier", sagte sie. „Ich bin wegen der Suche hier."
„Was suchen Sie?"
Sie sah auf den See. „Den goldenen Stern."
„Die Legende?"
„Die Legende", sagte sie. „Ich suche sie seit zehn Jahren. Mein Bruder hat sie gesucht. Mein Vater hat sie gesucht. Mein Großvater hat sie gesucht. Keiner hat sie gefunden."
„Und was ist der goldene Stern?"
Sie lächelte. „Das weiß niemand. Das ist das Problem."
Sie ging. Ich blieb am See. Ich schaute auf das Wasser. Ich dachte an sie.
Am nächsten Morgen war sie weg. Die Frau an der Rezeption sagte: „Sie ist abgereist. Sie kommt jedes Jahr. Sie geht jedes Jahr. Sie hat noch nie gefunden, was sie sucht."
FRAU IN BLAU:
NAME: UNBEKANNT.
ALTER: CA. 30.
SUCHT: GOLDENEN STERN.
SUCHT SEIT: 10 JAHREN.
VATER: SUCHTE.
GROSSVATER: SUCHTE.
STATUS: ABGEREIST. WIEDERKEHREND.
Der goldene Stern ist ein Motiv aus vielen Märchen und Legenden. In der deutschen Romantik steht er für die Sehnsucht nach dem Unendlichen. In der Alchemie steht er für das Gold, das nicht aus Materie besteht, sondern aus Erkenntnis. In der Astrologie steht er für das Schicksal. In dieser Geschichte ist der goldene Stern kein Ort. Er ist eine Frage. Wer ihn sucht, sucht nicht den Stern. Er sucht sich selbst.
Am Nachmittag ging ich zum Dorfplatz. Kopfsteinpflaster. Ein Brunnen. Eine alte Bäckerei. Efeu an der Fassade. Der Duft von frischem Brot.
Ich trat ein. Hinter der Theke stand ein alter Mann. Weiße Hände. Falten im Gesicht. Ein Lächeln.
„Neu hier?", fragte er.
„Ja."
„Aus der Stadt?"
„Ja."
Er lachte. „Das sieht man."
Er nahm ein Brot aus dem Regal. Es war noch warm. Er wickelte es in Papier.
„Was macht man hier?", fragte ich.
„Man lebt", sagte er.
„Und sonst?"
„Man lebt."
Er reichte mir das Brot. „Probieren Sie."
Ich brach ein Stück ab. Es war warm. Es schmeckte nach Weizen, nach Salz, nach Hefe. Nach etwas, das ich nicht benennen konnte.
„Was ist das?", fragte ich.
„Liebe", sagte er. „Jedes Brot, das ich backe, ist ein kleines Stück Liebe."
„Und wenn Sie keine Liebe haben?"
Er sah mich an. „Dann backe ich trotzdem. Die Liebe kommt beim Backen."
Ich nahm das Brot mit. Ich aß es auf dem Weg. Es war das beste Brot, das ich je gegessen hatte.
Brot ist in vielen Kulturen ein Symbol für Gemeinschaft, für Leben, für Gastfreundschaft. In der Bibel ist es das tägliche Brot. Im Deutschen gibt es das Wort „Brotberuf". Im Französischen heißt ein Freund „copain", von „copain de pain" – Brotgenosse. In dieser Geschichte ist der Bäcker ein Philosoph. Er backt nicht nur Brot. Er backt eine Haltung. Er backt eine Idee. Er backt eine Erinnerung.
Am nächsten Tag ging ich wieder zur Bäckerei. Ich wollte das Brot noch einmal probieren. Der Bäcker stand am Ofen.
„Sie sind wieder da", sagte er.
„Ich wollte fragen, wie Sie das machen."
Er lachte. „Das Rezept?"
„Ja."
Er wischte sich die Hände an der Schürze ab. „Also gut."
Er nahm ein Stück Papier. Er schrieb. Langsam. Bedächtig.
„Mehl. Wasser. Salz. Hefe. Zeit. Und Liebe. Das ist alles."
„Und die Mengen?"
„Das kommt darauf an", sagte er. „Auf den Tag. Auf die Luft. Auf die Menschen, für die man backt."
Ich schaute auf das Papier. Es war fast leer.
„Das ist kein Rezept", sagte ich.
„Doch", sagte er. „Das ist das einzige Rezept, das wirklich funktioniert."
Er gab mir das Papier. Ich habe es heute noch. Es hängt in meiner Küche. Ich backe kein Brot. Aber ich schaue es an. Jeden Tag.
Brot besteht aus Mehl, Wasser, Salz und Hefe oder Sauerteig. Die Kunst liegt in der Zeit. Ein gutes Brot braucht 12 bis 24 Stunden. Es braucht Ruhe. Es braucht Wärme. Es braucht einen Bäcker, der wartet. In Deutschland gibt es über 300 Brotsorten. Die Tradition des Sauerteigs ist seit dem alten Ägypten bekannt. In dieser Geschichte ist das Rezept leer. Denn das Rezept ist der Bäcker selbst.
Mit dem Brot in der Hand ging ich in den Wald. Ein schmaler Pfad. Knorrige Äste. Ein Dach aus Blättern. Die Geräusche des Dorfes verschwanden.
Ich hörte: das Rascheln der Blätter. Das Plätschern eines Baches. Meine eigenen Schritte. Sonst nichts.
Ich dachte an den Bäcker. An sein Brot. An seine Ruhe. Ich dachte an die Frau in Blau. An ihre Suche. An ihren Blick. Ich dachte an die singenden Frauen. An ihr Lied. An ihre Augen.
Ich dachte an mich. An meine Hektik. An meine Unruhe. An meine Angst, etwas zu verpassen.
Der Wald sagte nichts. Er war einfach da.
Ich blieb stehen. Ich atmete ein. Ich atmete aus.
Zum ersten Mal seit Monaten war ich nicht auf dem Weg. Ich war am Ziel.
PFAD DER STILLE:
LÄNGE: UNBEKANNT.
BÄUME: ALT.
GERÄUSCHE: BLÄTTER, BACH, SCHRITTE.
GEDANKEN: VIEL.
STILLE: TIEF.
STATUS: ANGEKOMMEN.
Der Pfad führte mich zu einem See. Glatt wie ein Spiegel. Eine Bank aus Holz. Glatt geschliffen vom Wetter.
Ich setzte mich. Ich schloss die Augen. Ich hörte: das Plätschern des Wassers. Den Wind in den Binsen. Einen Fisch, der sprang.
Ich öffnete die Augen. Die ersten Lichter des Abends tanzten auf dem Wasser. Ich sah eine Frau am Ufer. Blaues Kleid. Goldenes Haar. Sie ging. Sie schwebte fast.
Ich stand auf. Ich ging zu ihr. Sie war weg. Nur ein Sonnenblumenblatt lag auf der Bank. Ich nahm es mit.
Ich setzte mich wieder. Ich schaute auf den See. Ich dachte an den goldenen Stern. Ich dachte an die Legende. Ich dachte an den Bäcker.
Und dann verstand ich: Der goldene Stern war nicht am Himmel. Er war nicht unter der Erde. Er war nicht in einem Versteck. Er war hier. Am See. Auf der Bank. In mir.
Ich weinte. Nicht aus Trauer. Aus Erleichterung.
Seen sind in der Literatur oft Spiegel. Sie zeigen nicht die Welt. Sie zeigen den, der hineinsieht. In der Romantik war der See ein Ort der Selbstbegegnung. In der Psychologie spricht man von Projektion. Was wir im See sehen, ist das, was wir in uns tragen. In dieser Geschichte ist der See kein Ort. Er ist ein Moment. Der Erzähler sieht nicht die Frau. Er sieht sich selbst.
Am nächsten Tag ging ich durch ein Sonnenblumenfeld. Tausende. Sie standen in Reih und Glied. Sie reckten sich der Sonne entgegen.
Ich ging langsam. Ich berührte die Stiele. Ich roch die Blüten. Ich hörte die Bienen.
Ich dachte an die singenden Frauen. An ihr Lied. An die Frau in Blau. An den Bäcker. An die Sonnenblume, die ich am ersten Tag gepflückt hatte.
Ich verstand: Jeder Mensch ist eine Sonnenblume. Jeder Mensch reckt sich dem Licht entgegen. Jeder Mensch hat eine Geschichte. Man muss nur zuhören.
Ich pflückte eine Sonnenblume. Ich steckte sie in meine Tasche. Ich ging weiter.
Am Abend saß ich im Dorfgasthaus. Ein alter Mann setzte sich zu mir. Er hatte einen Stock. Er roch nach Tabak.
„Sie suchen den Stern", sagte er.
„Woher wissen Sie das?"
„Alle suchen ihn", sagte er. „Die Frau in Blau. Ihr Vater. Ihr Großvater. Alle."
„Was ist der Stern?"
Er lachte. „Vor hundert Jahren hat ein Mann im Wald einen Stern gefunden. Er leuchtete. Er war aus Gold. Er erfüllte drei Wünsche. Der Mann wünschte sich Reichtum. Er wünschte sich Macht. Er wünschte sich Liebe. Der Stern erfüllte die ersten beiden Wünsche. Den dritten nicht."
„Warum nicht?"
„Weil Liebe nicht erfüllt wird", sagte er. „Liebe wird gegeben. Der Mann hatte vergessen, sie zu geben."
„Und dann?"
„Dann hat er den Stern vergraben. Er hat ihn versteckt. Er hat ihn verflucht. Seitdem suchen alle nach ihm. Aber keiner findet ihn. Weil keiner versteht, was der Stern wirklich ist."
„Und was ist er wirklich?"
Der alte Mann sah mich an. „Das müssen Sie selbst herausfinden."
Er stand auf. Er ging. Ich blieb sitzen. Ich dachte nach.
Der goldene Stern ist ein Motiv aus der europäischen Volkssage. In Böhmen heißt er „Zlatá hvezda". In Bayern „Goldstern". In Sachsen „Stern von Meißen". Er steht für die Erfüllung von Wünschen, aber auch für die Gefahr der Gier. Wer den Stern sucht, um reich zu werden, findet ihn nicht. Wer ihn sucht, um zu verstehen, findet ihn. In dieser Geschichte ist der Stern kein Objekt. Er ist eine Haltung.
Ich suchte den Stern. Tagelang. Ich kletterte auf Hügel. Ich wanderte durch Schluchten. Ich suchte in Ruinen. Ich fragte die Menschen. Ich fand nichts.
Am fünften Tag setzte ich mich auf einen Stein. Ich war müde. Ich war wütend. Ich war traurig.
Und dann verstand ich: Der Stern war nicht das Ziel. Der Stern war der Weg. Jeder Tag, den ich gesucht hatte, war ein Tag, den ich gelebt hatte. Jeder Mensch, den ich gefragt hatte, war ein Mensch, dem ich begegnet war. Jeder Ort, den ich gesehen hatte, war ein Ort, an dem ich angekommen war.
Der Stern war nicht das Gold. Der Stern war der Sinn.
Meine Ferien waren keine Ferien mehr. Sie waren eine Reise. Eine Reise zu mir selbst.
Es war eine Hochzeitsreise. Nicht die, die man bucht. Nicht die, die man plant. Die andere. Die, bei der die Seele sich mit sich selbst vermählt.
Ich hatte den Wellnessurlaub gebucht. Ich hatte die Erholung gesucht. Ich hatte den Urlaub gefunden. Aber ich hatte etwas anderes gefunden: mich.
Die Sonnenblume in meiner Hand war keine Sonnenblume mehr. Sie war ein Symbol. Für Licht. Für Wachstum. Für Treue.
Ich schaute auf den See. Ich schaute auf die Berge. Ich schaute in mich.
Zum ersten Mal seit Jahren war ich nicht auf der Suche. Ich war angekommen.
Der Begriff „Hochzeitsreise der Seele" stammt aus der Mystik. Er beschreibt den Moment, in dem ein Mensch sich mit sich selbst versöhnt. In der christlichen Mystik heißt es „unio mystica". In der Psychologie heißt es „Selbstintegration". In der Literatur heißt es „Reise ohne Ende". In dieser Geschichte ist die Hochzeitsreise keine Fahrt. Sie ist ein Zustand. Der Erzähler reist nicht. Er kommt an.
Am letzten Tag saß ich im Zug. Ich schaute aus dem Fenster. Die Felder zogen vorbei. Die Hügel. Die Sonnenblumen.
Ich dachte an die letzten Tage. Ich dachte an das Brot. An den Bäcker. An sein Rezept. An die singenden Frauen. An ihr Lied. An die Frau in Blau. An ihre Suche. An den alten Mann. An seine Legende.
Ich dachte an die Achtsamkeit. Nicht die, die man übt. Die, die man lebt.
Ich hatte gelernt: Erholung ist kein Ort. Reisen ist kein Ziel. Urlaub ist keine Flucht. Ferien sind keine Pause. Alles ist hier. Alles ist jetzt.
Ich schaute auf die Sonnenblume in meiner Hand. Sie war welk. Aber sie leuchtete.
Achtsamkeit bedeutet, im gegenwärtigen Moment zu sein, ohne zu urteilen. Sie stammt aus der buddhistischen Tradition, ist aber heute Teil der modernen Psychologie. Studien zeigen: Achtsamkeit reduziert Stress, verbessert den Schlaf und stärkt das Immunsystem. Achtsamkeit auf Reisen bedeutet: nicht fotografieren, sondern sehen. Nicht planen, sondern erleben. Nicht ankommen, sondern sein. In dieser Geschichte ist Achtsamkeit kein Kurs. Sie ist ein Satz. Ein Atemzug. Ein Blick aus dem Fenster.
Der Zug hielt. Ich stieg aus. Meine Stadt. Graue Fassaden. Hektik. Lärm.
Ich ging durch die Straßen. Ich trug die welke Sonnenblume in der Hand. Die Menschen sahen mich an. Ich sah sie an.
Ich ging in meine Wohnung. Ich stellte die Sonnenblume ans Fenster. Ich setzte mich. Ich atmete ein. Ich atmete aus.
Ich war zurück. Aber ich war nicht mehr derselbe.
Ich wusste: Die Reise war vorbei. Die Erholung hatte begonnen. Die Ferien waren zu Ende. Der Urlaub fing an. Der Wellnessurlaub war kein Ort. Er war ein Zustand.
Ich schaute auf die Sonnenblume. Sie war welk. Aber sie leuchtete.
Und dann wusste ich: Der goldene Stern war nicht im Wald. Er war nicht im See. Er war nicht im Dorf. Er war hier. In mir.
Ich lächelte. Zum ersten Mal seit Monaten.
REISE: BEENDET.
ERHOLUNG: BEGINNT.
SONNENBLUME: WELK.
GOLDENER STERN: GEFUNDEN.
ORT: INNEN.
STATUS: ANGEKOMMEN.
Vielen Dank, dass Sie mich auf diese Reise begleitet haben,
Ihr Wegbegleiter zwischen Zugfenstern, Blumenfeldern und inneren Karten der leisen Pfade.
*Der geneigte Leser, sofern er nicht gerade selbst am Fenster eines Zuges träumt, wird vielleicht erkennen, dass diese Geschichte weniger von den Orten erzählt als von Zuständen. Wer zwischen Lavendelduft und Bahnhofsgeräuschen ein Flimmern spürt, sei eingeladen, zwischen den Zeilen weiterzureisen. Vielleicht ist es nicht der nächste Urlaub, der zählt, sondern das stille Gespräch mit sich selbst, das man längst hätte führen sollen. Und wer weiß, vielleicht liegt der goldene Stern, von dem hier die Rede ist, nicht im Wald, sondern in der Hand, die diese Zeilen hält.
Quellenangaben:
Inspiriert von verlorenen Freunden, alten Träumen und einer stillen Stunde am See.
Spektrum.de: Warum Urlaub uns verändert
Wikipedia: Achtsamkeit
GEO.de: Warum Slow Travel glücklich macht
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Verwendete Hilfsmittel / Methodik:
Ein auf einer Holzbank am See gefundenes Manuskript, zwischen getrockneten Sonnenblumenblättern in der Tasche aufbewahrt und dem Lied der Blumen im Ohr, niedergeschrieben in einem Dorf, in dem die Uhren Pause machen.
Hinweis:
Dieser Text entstand mit Hilfe diverser KI-Wesen aus dem Flüsterwald am See, wurde hinterher redaktionell gezähmt und mit folgenden Fundstücken perfektioniert:
🔍 Das weltumspannende Google-Orakel, zeigt den Weg in den Flüsterwald.
📜 Papyrus Autor, Version 11.09d vom 16.5.2023, mein digitaler Assistent knetete sächsisches Rohmaterial zu deutscher Hochsprache.
🌿 Die Sonnenblumen-Probe: jede Szene gegen die Sonne gehalten, bis sie leuchtet oder im Wind verweht.
🍞 Der Bäcker-Test: jede Figur mit warmem Brot berührt, bis sie eine eigene Kruste hatte.
🔊 Das Lied der Blumen: jede Zeile dreimal gesummt, bis sie keinen Anfang und kein Ende mehr brauchte.
⭐ Die Sternenkartierung: jeder Satz auf die Suche nach dem goldenen Stern geschickt, bis er begriff, dass er selbst das Ziel war.
📖 Der Achtsamkeits-Abgleich: jeder Absatz auf Slow Travel geprüft, bis kein Satz mehr hetzte.
So ward aus einer Reise ein Zustand, aus einem Sonnenblumenblatt ein Versprechen.
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Der Weg ging bergab in das Thal von Amadijah hinunter. Dieses Thal wird von einer Sandsteinablagerung gebildet und von sehr vielen Schluchten durchschnitten, in denen rauschende Waldbäche strömen. Sie führen alle ihr Wasser dem Zab entgegen. Die Schluchten und Gelände sind mit kräftigen Eichenwaldungen bestanden, die bedeutende Galläpfelernten liefern, mit denen die Bewohner einen einträglichen Handel treiben. In der Ebene liegen zahlreiche chaldäische Dörfer, die aber entweder öde und verlassen sind, oder nur wenige Bewohner zählen, da die Chaldäer sich vor den Bedrückungen der Türken und den Einfällen räuberischer Kurdenstämme gern in die Berge zurückziehen. Durch diese Landschaft, deren Eichen mich heimatlich anmuteten, ritten wir unserm Ziele entgegen. Darf ich reden? fragte Lindsay leise. Ja. Wir sind ja unbelauscht. Aber der Kurde hinter uns? Kommt nicht in Betracht. Well! Dorf hieß Spandareh? Ja. Wie Euch gefallen? Sehr. Und Euch, Sir? Prächtig! Guter Wirt, gute Wirtin, feines Essen, schöner Tanz, prachtvoller Hund! Bei dem letzten Worte blickte er auf das Liebesgedicht, humorvoller, lukullischer Schmaus beim braven Soldaten. Dies beinhaltete natürlich immer die Möglichkeit des kläglichen Versagens vor Publikum. In Battles haben sich schon viele blamiert und es gehörte für einen Rapper gerade dazu, auch einmal vor einem Publikum herzlichst zu verkacken. Das Battle, der künstlerische Wettstreit, der meist zwischen Rappern aber auch zwischen Breakdancern oder DJs ausgetragen werden kann, ist seit langem Bestandteil der HipHop-Szene, besitzt einen durchaus großen Unterhaltungsfaktor und erfreut sich entsprechend großer Beliebtheit. Viele werden die Szene aus dem Eminem-Film 8 Mile kennen, in der der Protagonist wie gelähmt dasteht und vor dem Publikum schlicht kein Wort mehr herausbringt. Früher wurden Battles unter Rappern meist im Freestyle ausgetragen, das heißt dass die Rapper auf die verbalen Angriffe ihrer Gegner reagieren mussten um diese ihrerseits durch eigene spontan ausgedachte Raplyrik zu kontern. Die in England durchgeführten aerostatischen Versuche zeigen, daß auch jetzt, wenn ein starker Wind weht, eine große Kraft erforderlich ist, um einen ebenen Flug zu erreichen. […] Mehr lesen >>>
Am 2. November endlich bestieg er eine Dahabîye, ein großes Nilboot, um auf ihm die bekannte Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt und dem nahe gelegenen Wadi Halfa zu machen. Alle Vorbereitungen waren getroffen und in der Abreisestunde schrieb er seinen Eltern: "Das Mieten eines Schiffes macht so viele Schwierigkeiten, wie wenn man bei uns daheim ein Rittergut kauft. Zwei volle Tage habe ich zur Verfertigung des Kontraktes nötig gehabt. Mit den Schiffsleuten ist nicht mehr aufzustellen als mit dem brutalsten Vieh, und danach behandelt man sie auch. Auch erzählt man, daß einst auf dem Keulenberge ein großer Kriegsschatz vergraben worden sei. Man vermutet, daß die früheren Besitzer des Rittergutes und Schlosses in Oberlichtenau zur Kriegszeit hier oben ihre Schätze vor den die Dörfer und Städte plündernden Feinden durch Vergraben in Sicherheit gebracht haben. Ob diese Schätze wieder gehoben worden sind, ist nicht bekannt. Allgemein ist in der dortigen Gegend aber der Glaube verbreitet, daß jene Schätze noch auf den glücklichen Finder warten. Als vor Jahren oben auf dem großen Keulenberge neben dem im Jahre 1862 erbauten Restaurant eine Kegelbahn angelegt wurde, fand man eine Anzahl alter Münzen von seltsamer Form. Die meisten derselben waren Engelsgroschen und Silbermünzen die unter den sächsischen Fürsten in der vergangenen Zeit geprägt wurden. Doch wuchs der Druck auf Preußen von Seiten Russlands und Frankreichs beständig an. Beide versuchten, Preußen auf ihre Seite zu ziehen und drohten, die preußische Neutralität nicht länger zu respektieren. Nach der Niederlage Österreichs und Russlands in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805 geriet Preußen als einzige nennenswerte Macht in Europa ins Visier der napoléonischen Eroberungspolitik. Dabei wurden die Schwächen der preußischen Armee schonungslos offengelegt. Kriegsführung und Generalität waren hoffnungslos veraltet und konnten trotz ihrer zeitweiligen zahlenmäßigen Überlegenheit den von NAPOLÉON und General DAVOUT befehligten Truppen nicht im geringsten standhalten. […] Mehr lesen >>>
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